Richtungsverantwortung: Wer entscheidet, was wichtig ist
Shownotes
Wenn Prioritäten ständig neu diskutiert werden, liegt das Problem oft nicht in mangelnder Priorisierungskompetenz. Häufig fehlt die Person, die bei Zielkonflikten tatsächlich entscheiden darf. In dieser Folge geht es um Richtungsverantwortung und die Frage, warum jedes Ziel genau eine verantwortliche Person für Richtung, Prioritäten und Fokus braucht.
Du erfährst, warum geteilte Richtungsverantwortung nahezu zwangsläufig zu Verzögerungen führt, wie sich diese Funktion von klassischer Führung unterscheidet und woran du erkennst, dass sie in deiner Organisation nicht klar besetzt ist.
Das nimmst du mit:
- Warum Priorisierung oft kein Können-, sondern ein Zuständigkeitsproblem ist.
- Was Richtungsverantwortung im Kern bedeutet: Ziele, Prioritäten, Fokus und Entscheidung bei Zielkonflikten.
- Weshalb geteilte Richtungsverantwortung Entscheidungen verlangsamt.
- Welche typischen Symptome auf unklare Verantwortung hinweisen.
- Warum eine benannte entscheidungsbefugte Person Teams häufig schneller macht statt auszubremsen.
- Weshalb Richtungsverantwortung an Zielen hängt und nicht an Hierarchieebenen oder Stellenbeschreibungen.
Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig Viele Organisationen investieren Zeit in Priorisierungsmethoden, Workshops und Abstimmungsrunden. Trotzdem entstehen immer wieder dieselben Konflikte. Anforderungen konkurrieren miteinander, Teams verfolgen unterschiedliche Ziele und Entscheidungen werden von Meeting zu Meeting verschoben.
Der eigentliche Engpass ist häufig fehlende Richtungsverantwortung. Wenn niemand benannt ist, der bei widersprüchlichen Interessen das letzte Wort hat, wird verhandelt statt entschieden. Das fühlt sich oft nach Zusammenarbeit an, erzeugt aber lange Wartezeiten und hohe Koordinationskosten.
Richtungsverantwortung bedeutet deshalb nicht, jede Entscheidung selbst zu treffen. Sie bedeutet, bei Zielkonflikten entscheiden zu dürfen. Genau diese Unterscheidung macht den Unterschied zwischen einem Flaschenhals und einer funktionierenden Entscheidungsstruktur.
Drei typische Symptome fehlender Richtungsverantwortung
- Dieselbe Entscheidung erscheint in mehreren aufeinanderfolgenden Meetings.
- Nach einer Diskussion haben Beteiligte unterschiedliche Auffassungen darüber, was entschieden wurde.
- Themen werden eskaliert, obwohl fachlich bereits alle Informationen vorliegen.
Wenn du diese Muster regelmäßig beobachtest, lohnt sich ein Blick auf die Rollenklärung rund um Ziele und Prioritäten.
Erwähnte Links & Ressourcen
- CALM Operating Model: Rollen & Verantwortlichkeiten-
- CALM Operating Model: Strategie & Value Streams
- CALM-Diagnose
Mehr von Zipresso Folge 141: Rolle ist nicht Position Folge 143: Die eine Rolle, die nie fehlen darf Folge 144: Wenn Koordination zur eigenen Aufgabe wird Folge 145: Rollenklarheit ohne Rollenbürokratie
Wenn du herausfinden möchtest, wie klar Rollen, Verantwortlichkeiten und Entscheidungswege in deiner Organisation wirklich aufgestellt sind, wirf einen Blick auf die CALM-Diagnose.
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Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich willkommen zu Presse Impulse, dem Podcast über Rollenentscheidungen und Führung in Organisationen.
00:00:07: Mein Name ist Petra Geit.
00:00:11: Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig – den Satz kennst du!
00:00:15: Was seltener gesagt wird?
00:00:17: Meistens fehlt gar nicht die Privatisierung, es fehlt die Person, die sie verantworten darf.
00:00:23: Heute geht das um Richtungsverantwortung.
00:00:26: Die erste der drei Funktionen aus dem CAM Operating Modell und die an der sich Zielkonflikte entscheiden.
00:00:33: In der letzten Folge ging es um Position und Rolle, darum dass das zwei verschiedene Dinge sind.
00:00:41: Heute kommt die erste konkrete Funktionen.
00:00:45: In vielen Organisationen kann man beobachten, dass Priorisierung als eine Fähigkeit behandelt wird – also etwas, was man besser können muss, was er lernen kann.
00:00:58: Tatsächlich ist es meistens aber eine Zuständigkeitsfrage.
00:01:03: Priorierung ist selten ein Könnenproblem dürfen Problemen.
00:01:11: Und Richtungsverantwortung heißt hier an der Stelle Ziele, Prioritäten und Fokus – auch letzte Instanz bei Zielkonflikten.
00:01:23: Pro Ziel oder Pro Velostream trägt sie genau eine Person.
00:01:32: Diese Funktion verantworte tatsächlich drei Dinge – Ziele-, Prioritäten-Fokus.
00:01:39: Dazu eine vierte, die oft vergessen wird!
00:01:42: Sie ist die letzte Instanz für Ziele kollidieren.
00:01:47: Und sie verhält die Verbindung zwischen Strategie und Delivery.
00:01:51: Ohne diese Funktion wird Strategie zur Absichtserklärung, weil sie unterwegs niemand in Arbeit übersetzt.
00:02:01: Das ist an der Stelle eine wichtige Abgrenzung sonst wird die Rolle sofort zu groß gedacht.
00:02:05: Richtung geben heißt nicht alles zu entscheiden.
00:02:09: es heißt bei Zielkonflikten entscheiden so dürfen.
00:02:13: Der Unterschied ist erheblich.
00:02:15: Eine Person, die alles entscheidet wird zum Flaschenhals.
00:02:18: Eine Person die bei Konflikten entscheidet ist genau das Gegenteil – sie macht das Team schneller weil Konflikte nicht mehr liegen bleiben.
00:02:29: Eine geteilte Richtungsverantwortung lebt.
00:02:34: Eine Geteilte-Richtungsverordnung führt zuverlässig zur Lehmung nicht manchmal sondern zuverlässig.
00:02:42: Der Mechanismus dahinter ist recht simpel.
00:02:47: Zwei Personen mit gleichem Anspruch auf Richtung wollen sich gegenseitig nicht überstimmen, also wird verhandelt statt entschieden.
00:02:56: Das sieht von aus nach guter Zusammenarbeit aus.
00:02:58: deshalb fällt es lange nicht auf und das fühlt sich für die Beteiligten sogar richtig an.
00:03:03: niemand geht mit dem Gefühl aus dem Termin etwas falsch gemacht zu haben.
00:03:08: der Preis steht nicht im Meeting-Protokoll er steht in den Wochen die ein Thema von Termin zu Termin wandert.
00:03:17: Es gibt drei Symptome an denen man das erkennt.
00:03:23: erstens Die selbe Entscheidung steht in mehreren aufeinander folgenden Terminen auf der Agenda.
00:03:31: Zweitens, nach dem Termin sind sich zwei Leute uneingeneckt darüber ob überhaupt etwas entschieden wurde.
00:03:38: und drittens Themen werden auch oben gegeben obwohl fachlich alles auf den Tisch liegt.
00:03:47: Dazu möchte ich dir ein Praxisbeispiel mitgeben.
00:03:51: Zwei Teams arbeiten amselben Produkt.
00:03:53: Beide liefern gut.
00:03:54: beide haben einen Eine ganz klare, eigene Roadmap.
00:04:01: Doch sobald ein Vorhaben beide Teams betrifft eskaliert ist und zwar jedes Mal!
00:04:07: Beide Seiten erklären es sich als Kommunikationsprobleme und Buchen an Teambuilding.
00:04:12: Danach ist die Stimmung besser... ...und das Problem unverändert.
00:04:17: Was fehlt?
00:04:18: Eine benannte Person, die bei Zielkonflikten zwischen den beiden Teams vermittelt und entscheidet.
00:04:24: Nach der Erklärung verschwindet die Konflikte nicht.
00:04:27: Sie dauern nur Stunden statt Wochen.
00:04:30: Und das ist der eigentliche Gewinn, nicht weniger Konflikt sondern schnelleren!
00:04:45: In der Praxis heißen solche Funktionen Gruppenleitung, Product Owner Abteilungsleitung Bereichsleitung etc.
00:04:57: Der Name ist kontextabhängig und eigentlich auch egal.
00:05:02: Die Funktion ist es nicht.
00:05:06: Wir bewegen uns hier auf der Ebene Team, Bereich oder Portfolio.
00:05:10: Je nachdem worüber Richtung gegeben wird.
00:05:13: Wichtig dabei ist die Richtungsverantwortung hängt am Ziel nicht an der Person.
00:05:19: Wer für ein Ziel Richtung gibt tut das nicht automatisch für alle anderen Ziele.
00:05:25: Bei mehreren Teams am selben Ziel braucht es eine übergreifende Richtungs-Verantwortung.
00:05:32: In Less heißt das Area Product Owner aber der Begriff ist nicht der Punkt.
00:05:37: Häufige Denkfehle an dieser Stelle, dass man dafür eine neue Hierarchieebene bräuchte.
00:05:43: Braucht man nicht!
00:05:44: Es kann einer der bestehenden Personen sein – sie muss nur benannt sein.
00:05:52: Wie setzt das um?
00:05:53: Nun nimm ein Ziel, an dem ihr gerade arbeitet, irgendeins, was mehr als eine Person betrifft.
00:06:00: und jetzt beantworte eine einzige Frage Wer hat das letzte Wort wenn dieses Ziel mit einem anderen kollidiert?
00:06:10: Einnahme, nicht ein Cranium.
00:06:12: Nicht das Klären mit einem Gemeinsam sondern Einnahme.
00:06:17: Wenn dir sofort ein Name einfällt gut dann ist die Funktion besetzt.
00:06:21: wenn du zögerst ist genau das der Befund und er ist wertvoller als jedes Positionierungs Framework dass zu dir danach drauf setzt.
00:06:32: zusammengefasst Richtungsverantwortung ist die funktion Die Ziele Prioritäten und Fokus verantwortet und bei Zielkonflikten entscheidet Pro Ziel genau eine Person, sonst wird verhandelt statt entschieden.
00:06:47: Wenn du wissen willst wie euer Operating-Modell insgesamt dasteht und Rollen ist nur einer von sechs Bereichen auf itub.de gibt es die KAM Diagnose.
00:06:57: Fünfzehn Minuten danach bekommst Du eine persönliche Auswertung mit den größten Hebeln für Euch.
00:07:02: Den Link findest Du auf der Episodenseite.
00:07:06: In der nächsten Folge geht es um eine einzige Rolle im Karma Modell, die nicht verhandelbar ist Und ausgerechnet die fehlt am häufigsten.
00:07:15: Bis dahin, dein Patrick!
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