Ergebnisverantwortung: Die einzige Rolle, die nicht verhandelbar ist

Shownotes

Ergebnisverantwortung ist das einzige nicht verhandelbare Element im CALM Operating Model. Alles andere ist situativ, kann man weglassen oder später klären. Und ausgerechnet diese eine Funktion fehlt in der Praxis am häufigsten. Erkennen kann man das an einem Vorhaben, das seit Wochen zu neunzig Prozent fertig ist und trotzdem nicht über die Linie kommt. In dieser Folge geht es darum, was Ergebnisverantwortung tatsächlich bedeutet, warum „das macht das Team gemeinsam" keine Antwort auf die Frage nach Verantwortung ist und wie sich diese Funktion von der Richtungsverantwortung aus der letzten Folge unterscheidet.

Das nimmst du mit:

  • Jede Arbeit hat genau eine outcome-verantwortliche Person. Das ist das einzige nicht-optionale Element im CALM-Rollenmodell.
  • Ergebnisverantwortung heißt: erste Ansprechperson bei Scope, Blockern und Priorität innerhalb der Delivery. Die Person muss die Arbeit nicht selbst machen, sie steht für das Resultat gerade. Genau das ist der Unterschied zwischen mitarbeiten und verantworten.
  • Die letzten zehn Prozent eines Vorhabens sind selten fachliche Arbeit. Es sind Klärungen: eine offene Frage an eine andere Abteilung, eine Freigabe, eine Entscheidung über einen Sonderfall. Diese Arbeit macht niemand nebenbei.
  • „Das verantwortet das Team gemeinsam" ist die höfliche Formulierung dafür, dass es niemand tut. Die Arbeit ist gemeinsam, die Verantwortung für das Resultat ist es nicht.
  • Praktischer Test: Wenn morgen etwas schiefgeht, wen ruft man an? Lautet die Antwort „kommt drauf an", ist die Rolle unbesetzt.
  • Das widerspricht nicht der Selbstorganisation. Ein selbstorganisiertes Team entscheidet, wie es arbeitet. Ohne benannte Ergebnisverantwortung landet dagegen jede Unklarheit automatisch bei der Führungskraft, und das ist das Gegenteil von Autonomie.
  • Richtungsverantwortung fragt „was ist wichtig?", Ergebnisverantwortung fragt „steht das Resultat?". Beides kann in einer Person liegen, muss aber nicht. Trägt die Führungskraft automatisch beides, funktioniert das bei drei Themen und macht sie bei fünfzehn zum Engpass.
  • Ausprägungen der Funktion je nach Kontext: Product Owner, Goal Owner, Gruppenleitung, Projektleitung, Workstream Lead, Tech Lead. Der Name ist kontextabhängig, die Funktion nicht.
  • Handlungsimpuls für heute: ein laufendes Arbeitsergebnis nehmen und die Frage stellen, wer dafür geradesteht. Ein Name, keine Abteilung, kein Gremium. Und dann diese Person fragen, ob sie das auch so sieht. Erstaunlich oft weicht die Antwort ab, weil die Rolle nur in einem Kopf vergeben ist.

Erwähnte Links & Ressourcen:

Mehr von Zipresso:

Diese Folge ist Teil drei der Staffel „Wer entscheidet hier eigentlich?", fünf Folgen zum CALM-Layer Rollen und Verantwortlichkeiten:

Über den Podcast:

Zipresso Impulse ist der Podcast zum CALM Operating Model. In rund zehn Minuten pro Folge geht es darum, wie Organisationen tatsächlich arbeiten: Rollen und Verantwortlichkeiten, Entscheidungswege, Arbeitsroutinen, Teamzuschnitt und Führung. Jede Folge endet mit einem konkreten Schritt, den du direkt umsetzen kannst. Von Patric Eid, Business Coach und Trainer.

Und jetzt du:

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Transkript anzeigen

00:00:01: Herzlich willkommen zu Presse und Pulse, dem Podcast über Rollenentscheidungen von Führung in Organisationen.

00:00:07: Mein Name ist Petri Geit.

00:00:11: Episode drei von fünf der Staffel Rollen und Verantwortlichkeiten.

00:00:15: Und wir gucken uns heute eine Rolle im Calm Operating Modell an die nicht verhandelbar ist.

00:00:22: Alles andere ist situativ Man kann es weglassen man kann das anders gestalten später klären.

00:00:28: aber diese eine Rolle Die Ist Nicht Diskutierbar Und ausgerechnet die fehlt in der Praxis am häufigsten.

00:00:37: Heute geht es um Ergebnisverantwortung.

00:00:42: In der letzten Folge hatten wir über Richtungsverantwortungen gesprochen, also wer sagt was wichtig ist?

00:00:48: und heute genau die Frage danach Wer steht für das Resultat gerade?

00:00:53: Das klingt banal aber es ist es leider gar nicht.

00:00:57: sonst gebe es das folgende Problem nicht Es gibt in fast jeder Organisation dieses eine Vorhaben, dass seit Wochen zu neunzig Prozent fertig ist.

00:01:11: Und du hast vielleicht ein ähnliches Beispiel?

00:01:14: Ich kann dir von einem Beispiel erzählen – von einem Lieferobjekt!

00:01:17: Das war seit sechs Wochen fast fertig.

00:01:20: immer fehlen die gleichen letzten zehn Prozent.

00:01:24: Alle haben dazu beigetragen alle finden es wichtig.

00:01:27: im Status steht seit wochen in Abstimmung Und wenn man im Team nachfragt, wer es über die Linie zieht kommen drei verschiedene Antworten und keine davon ist ein Name.

00:01:39: Interessant dabei ist was die letzten zehn Prozent meistens sind, das sind keine fachlichen Arbeiten sondern Klärungen eine offene Frage an einer andere Abteilung anderes team eine Freigabe Eine Entscheidung über einen Sonderfall.

00:01:55: Genau diese Arbeit macht niemand nebenbei.

00:01:58: sie braucht jemanden der sich dafür zuständig fühlt.

00:02:01: Das ist also kein Motivationsproblem, es ist fehlender Ergebnisverantwortung.

00:02:09: Im Calm Operating Modell ist daher eine Kernbotschaft das jede Arbeit genau einer Out-Camp verantwortliche Person hat.

00:02:16: Das ist das einzige nicht optionale Element im Calm Operated Rollenmodell.

00:02:23: und was macht diese Funktion?

00:02:26: Diese Funktion verantwortet ein konkretes Ergebnis – Ein Ziel, ein Produkt, ein Lieferobjekt.

00:02:33: Sie ist erste Ansprechperson bei Scope, Blockern und Priorität innerhalb der Delivery.

00:02:40: Dabei ist wichtig sie muss die Arbeit nicht selbst machen, sie steht für das Resultat gerade.

00:02:45: Und das ist der Unterschied zwischen Mitarbeitung und Verantwortung.

00:02:50: Wer mitarbeitet liefert einen Beitrag.

00:02:53: wer verantwortet sorgt dafür dass im Ende ein Ergebnis dasteht.

00:02:59: Und Ausprägungen können sein Product Owner Goal Owner, Gruppenleitung, Projektleitung Workstream Lead, Tech Lead und so weiter und sofort.

00:03:12: Und wenn man nach der Ergebnisverantwortung fragt da kriegt man häufig gesagt das macht das Team gemeinsam Das Team hat die Ergebnisse Verantwortung.

00:03:23: Das ist aber keine Antwort auf die Frage wer verantwortet.

00:03:26: es ist die höfliche Formulierung dafür dass es niemand tut.

00:03:33: Es geht hier nicht um Teamarbeit.

00:03:36: Die Arbeit ist gemeinsam.

00:03:37: Die Verantwortung für das Resultat... ...ist es nicht!

00:03:41: Der Unterschied zeigte ich immer erst im Konflikt.

00:03:44: Läuft alles glatt?

00:03:46: Dann merkt niemand, dass diese Rolle fehlt.

00:03:50: Wenn morgen etwas schief geht Wen ruft man an?

00:03:55: Wenn die Antwort kommt Es kommt darauf an Dann ist diese Rolle unbesetzt.

00:04:01: Häufige Einwand an dieser Stelle ist Das Widerspräch.

00:04:04: oder doch der Selbstorganisation Tut es nicht.

00:04:07: Ein selbstorganisiertes Team entscheidet, wie es arbeitet.

00:04:12: Wer für das Ergebnis gerade steht ist davon unberührt!

00:04:16: Im Gegenteil – ohne benannte Ergebnisverantwortung landet jede Unklarheit automatisch bei der Führungskraft.

00:04:22: Das ist das Gegenteils von Autonomie.

00:04:27: In den letzten Episoden dieser Staffel ging es um die Richtungsverantwortungen.

00:04:32: Richtung geben?

00:04:33: Was ist wichtig?

00:04:35: Ebenen Teambereich Portfolio.

00:04:37: Jetzt geht's um das Ergebnis und die Ergebnissverantworting steht das Resultat.

00:04:42: Das ist die ebente Team, beides kann in einer Person liegen muss aber nicht.

00:04:48: ein häufiger Fehler der dabei gemacht wird es dass die Führungskraft automatisch Beides trägt.

00:04:53: Das funktioniert mit zwei drei Themen.

00:04:56: bei fünfzehn Themen wird die Füllungskraft zum Engpass.

00:05:01: genau hier entsteht die Überlastung diese später wie einen Zeitmanagement Problem anfühlt.

00:05:06: Der Kalender ist voll Aber Die Ursache Steht Nicht Im kalender.

00:05:12: Wenn du also das Gefühl hast, an vielen Stellen gebraucht zu werden, zähl mal durch für wie viele Arbeitsergebnisse du selbst die verantwortliche Person bist.

00:05:22: Die Zahl ist oft überraschend hoch!

00:05:27: Nimm ein Arbeitsergebnis dass bei euch gerade läuft und stell die Frage so konkret wie möglich.

00:05:34: Wer steht für dieses Resultat gerade?

00:05:37: Ein Name nicht eine Abteilung Nicht ein Kremium nicht wir alle.

00:05:42: Und dann der zweite Teil der eigentlich interessant ist.

00:05:47: Frag diese Person, ob sie das auch so sieht.

00:05:50: Erstaunlich oft weicht die Antwort ab.

00:05:53: Die Rolle ist dann zwar vergeben aber nur in einem Kopf.

00:05:59: Zusammengefasst jede Arbeit braucht genau eine Person, die für das Ergebnis gerade steht.

00:06:05: Das ist die einzige Rolle im K-Modell, die immer besetzt sein muss.

00:06:09: Alles andere ist situativ.

00:06:11: Wenn dir die Staffel bis hierher etwas gebracht hat Dann hilf ihn bitte mit einer Sache Lasse eine Bewertung bei Apple Podcasts oder bei Spotify da.

00:06:19: Das dauert eine Minute und sorgt dafür, dass die Folgen beim Menschen landen, die gerade genau dieses Problem haben.

00:06:24: In der nächsten Folge geht es um die dritte Funktion – die einzige, die nicht immer nötig ist!

00:06:31: Und um die Frage ab wann Koordination einer eigene Aufgabe wird?

00:06:37: Bis dahin, dein Patrick.

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