Rollenklarheit ohne Rollenbürokratie: Das Minimalprinzip
Shownotes
Rollenklarheit entsteht nicht durch ein vollständiges Rollenkonzept. Der schnellste Weg, sie zu ruinieren, ist genau das. Nach vier Folgen über Rollen klingt das widersprüchlich, ist es aber nicht: Eine Rolle, die kein Problem löst, wird nicht gelebt, egal wie gut sie beschrieben ist. Die letzte Folge der Staffel erklärt das Minimalprinzip, also welche Funktionen immer besetzt sein müssen, welche situativ sind und warum der Auslöser für eine Rollendefinition Reibung ist und nicht Vollständigkeit.
Das nimmst du mit:
- Das Minimalprinzip in einem Satz: Jede Arbeit braucht genau eine outcome-verantwortliche Person. Richtungs- und Flussverantwortung werden nur dann explizit benannt, wenn ihre Abwesenheit konkret Reibung erzeugt.
- Ergebnisverantwortung gilt immer, pro Arbeitsergebnis. Richtungsverantwortung gilt immer, aber pro Ziel oder Value Stream, nicht pro Person und nicht pro Team. Flussverantwortung ist situativ, ab einer gewissen Komplexität oder Teamgröße.
- Rollen werden nicht definiert, weil ein Modell sie vorsieht. Sie werden definiert, weil ihr Fehlen konkret wehtut. Ihr braucht also keinen Rollen-Workshop, sondern eine Liste eurer aktuellen Reibungspunkte.
- Rollen, die aus einem echten Problem entstehen, muss man niemandem verkaufen. Die Frage „warum machen wir das jetzt" stellt sich gar nicht erst, weil alle die Reibung kennen. Umgekehrt erklärt das den Widerstand gegen sauber hergeleitete Rollenkonzepte: Sie lösen ein Problem, das im Alltag niemand spürt.
- Der kleine Schritt hat einen zweiten Vorteil: Trägt die Rolle nicht, habt ihr eine Rolle zurückzunehmen. Nicht vierzehn.
- Es gibt keine Rollenstruktur, die für alle Teams gleichzeitig passt. Task Force: Ergebnisverantwortung zwingend, Richtung meist implizit, Fluss nicht nötig. Produktteam: Richtung und Ergebnis zwingend, Fluss empfohlen. Linienteam: Richtung zwingend, Ergebnis und Fluss situativ.
- Ändert ein Team seine Form, etwa vom Projektteam zum Produktteam, ändert sich die nötige Rollenstruktur mit. Das wird selten mitgedacht.
- Handlungsimpuls für heute, bewusst der kleinste der Staffel: einen einzigen Reibungspunkt nehmen, der in den letzten Wochen mehrfach hakte, und genau eine Frage stellen. Gibt niemand Richtung? Verantwortet niemand das Ergebnis? Oder hält niemand den Fluss? Diese eine Funktion besetzen, mit einem Namen, ausgesprochen im Team. Mehr nicht.
Erwähnte Links & Ressourcen:
- CALM-Layer Rollen & Verantwortlichkeiten, inklusive der vollständigen Übersicht Rollen je Teamform: https://eid-hub.de/calm-operating-model/rollen-verantwortlichkeiten/
- CALM Operating Model im Überblick: https://eid-hub.de/calm-operating-model/
- CALM-Diagnose, kostenlos, rund 15 Minuten: https://app.eid-hub.de/calm-diagnose/start
Mehr von Zipresso:
Damit ist die Staffel „Wer entscheidet hier eigentlich?" komplett. Fünf Folgen zum CALM-Layer Rollen und Verantwortlichkeiten, jede rund zehn Minuten und für sich hörbar:
- Folge 141: Rollen und Verantwortlichkeiten. Warum der Jobtitel nichts klärt. https://eid-hub.de/wissenshub/podcast/141/
- Folge 142: Richtungsverantwortung. Wer entscheidet, was wichtig ist. https://eid-hub.de/wissenshub/podcast/142/
- Folge 143: Ergebnisverantwortung. Die einzige Rolle, die nicht verhandelbar ist. https://eid-hub.de/wissenshub/podcast/143/
- Folge 144: Flussverantwortung. Wann Koordination eine eigene Rolle braucht. https://eid-hub.de/wissenshub/podcast/144/
Über den Podcast:
Zipresso Impulse ist der Podcast zum CALM Operating Model. In rund zehn Minuten pro Folge geht es darum, wie Organisationen tatsächlich arbeiten: Rollen und Verantwortlichkeiten, Entscheidungswege, Arbeitsroutinen, Teamzuschnitt und Führung. Jede Folge endet mit einem konkreten Schritt, den du direkt umsetzen kannst. Von Patric Eid, Business Coach und Trainer.
Und jetzt du:
Rollen sind nur einer von sechs Bereichen im CALM Operating Model. Daneben stehen Strategie und Value Streams, Teamzuschnitt, Entscheidungsmechanismen, Arbeitsroutinen und Führung. Und ziemlich oft liegt der eigentliche Engpass gar nicht dort, wo man ihn vermutet. Wenn du wissen willst, wo ihr steht: Die CALM-Diagnose dauert fünfzehn Minuten, deckt alle sechs Bereiche ab und liefert dir danach eine persönliche Auswertung mit dem größten Hebel für eure Situation. Kostenlos, Ergebnis per E-Mail: https://eid-hub.de/calm-diagnose-info/
Transkript anzeigen
00:00:01: Herzlich willkommen zu Presse und Pulse, dem Podcast über Rollenentscheidungen von Führung in Organisationen.
00:00:07: Mein Name ist Petra Geit.
00:00:11: Wer entscheidet hier eigentlich?
00:00:14: Schwerpunkt Rollen- und Verantwortlichkeiten heute Folge fünf von fünf.
00:00:18: Rollenklarheit ohne Rollenbürokratie – das Minimalprinzip!
00:00:23: Es geht heute um den schnellsten Weg, Rollenklarheit zu ruinieren... ...und das ist ein vollständiges Rollenkonzept.
00:00:32: Aber der Reihe nach….
00:00:35: Das klingt erstmal widersprüchlich nach vier Folgen über Rollen und Verantwortlichkeiten, ist das aber nicht.
00:00:41: Heute geht es um das Minimalprinzip – und damit um die Frage wie viel Rollenklarheit tatsächlich nötig ist?
00:00:48: Es ist die letzte Folge dieser Staffel!
00:00:52: Ein typischer Ablauf in Organisation ist, dass wird ein Rollen-Workshop angesetzt.
00:00:57: Alle Rollen werden sauber definiert, ein Dokument wird erstellt, fertig….
00:01:03: Genau das geht schief und zwar nicht wegen schlechter Umsetzung, sondern wegen des Ansatzes.
00:01:11: Man kann sich das so vorstellen eine Organisation hat nach einem zweitägigen Workshop vierzehn Rollen definiert.
00:01:20: sie sind sauber beschrieben abgestimmt dokumentiert.
00:01:26: drei Monate später wurden drei davon auch wirklich gelebt.
00:01:31: die anderen elf standen in konflonts.
00:01:34: Die Diagnose ist nicht schlechte Einführung.
00:01:37: Es waren schlicht elf Rollen, für die es kein Problem gab.
00:01:42: Eine Rolle, die kein Problem löst wird nicht gelebt egal wie gut sie beschrieben ist und deswegen gehen wir heute auf das Minimalprinzip.
00:01:54: Jede Arbeit braucht eine Out-Kampf verantwortliche Person.
00:02:01: Richtungs- und Flussverantwortung werden nur dann explizit benannt wenn ihre Abwesenheit der Reibung erzeugt – nicht als Standort!
00:02:12: Ergebnisverantwortung immer pro Arbeitsergebnis.
00:02:15: Das ist nicht verhandelbar, sehe dazu Folge drei.
00:02:20: Richtungsverantwortungen immer aber pro Ziel oder Value Stream nicht pro Person und nicht pro Team.
00:02:29: Und die Fluss-Verantwortung situativ ab einer gewissen Komplexität oder Teamgröße.
00:02:35: mehr dazu der letzten Episode.
00:02:38: Alles andere was ein Rollenkonzept noch hergibt ist optional bis überflüssig.
00:02:46: Der Auslöser ist immer Reibung, nicht Vollständigkeit.
00:02:50: Rollen werden nicht definiert weil ein Modell sie vorsieht.
00:02:54: Sie werden definiert, weil ihr Fehl'n konkret wehtut.
00:03:01: Die praktische Konsequenz daraus ist Ihr braucht keinen Rollenworkshop Ihr braucht eine Liste eurer aktuellen Reibungspunkte Und für jeden Reibunspunkt eine Frage Welche der drei Funktionen ist hier unbesetzt?
00:03:18: Meistens sind das zwei oder drei Stellen Nicht vierzehn.
00:03:23: Ein Nebeneffekt, der oft unterschätzt wird.
00:03:26: Rollen die aus einem echten Problem entstehen muss man niemandem verkaufen.
00:03:30: Die Frage warum machen wir das jetzt stellt sich gar nicht erst weil alle die Reiben kennen.
00:03:38: Umgekehrt erklärt es auch warum sauber hergeleitete rollen Konzepte auf Widerstand stoßen?
00:03:43: Nicht weil die Leute etwas gegen Klarheit hätten Sondern weil sie ein problem lösen sollen dass sie im Alltag nichts spüren.
00:03:52: und noch einen Vorteil dieses kleinen schritts Wenn die Rolle nicht trägt, habt ihr eine Rolle zurückzunehmen?
00:03:58: Nicht vierzehn.
00:04:02: Je nach Teamform sind die drei Funktionen unterschiedlich zwingend.
00:04:07: Das CAM Operating Modell beschreibt verschiedene Teamformen und gibt je Teamform auch an welcher Führungsstil zum Beispiel passend ist aber auch welche Rollen notwendig sind.
00:04:19: Nehmen wir einmal die Task Force.
00:04:22: In der Task Force ist Ergebnis Verantwortung zwingent Die Richtung ist meist implizit, Fluss wird nicht benötigt.
00:04:31: Produktteam, Richtung und Ergebnis sind beide zwingend, fluss empfohlen.
00:04:38: Linienteam, die Richtung zwingent, Ergebnis- und Fluss situativ.
00:04:45: Der Punkt dahinter ist wichtiger als die einzelnen Zuordnungen.
00:04:48: Es gibt keine Rollenstruktur, die für alle Teams gleichzeitig passt.
00:04:53: Wer eine sucht baut die Bürokratie, die er vermeiden wollte.
00:04:57: Praktisch heißt das auch Wenn ein Team seine Form ändert, etwa aus einem Projektteam einen Produkt-Team wird, ändert sich die nötige Rollenstruktur mit.
00:05:08: Das wird selten mitgedacht!
00:05:11: Die vollständige Übersicht steht auf der Layerseite Link dazu in den Schornhauts.
00:05:17: Das Organicram hilft hier nicht weiter.
00:05:19: es kennt – die Positionen aber keine Teamformen.
00:05:24: Der letzte Impuls dieser Staffel und das ist bewusst der kleinste Nimm nicht dein ganzes Team Nicht alle rollen und schon gar kein Rollenkonzept.
00:05:35: Nimm einen einzigen Reibungsbrut, irgendetwas das in den letzten Wochen mehr verhagte.
00:05:41: Dann stelle genau eine Frage dazu, welche der drei Funktionen ist hier unbesetzt?
00:05:49: Gibt niemand Richtung, verantwortet niemand das Ergebnis oder hält niemand den Fluss?
00:05:55: Besetze diese eine Funktion mit einem Namen ausgesprochen im Team.
00:06:00: Mehr nicht!
00:06:02: Wenn das funktioniert, machst du mit dem nächsten Reibungspunkt weiter.
00:06:06: So entsteht Rollenklarheit ohne Rollenbürokratie – an den Stellen, an denen sie sich sofort bezahlt macht!
00:06:17: Damit schließen wir die Staffel.
00:06:18: Fünf Folgen kurz zusammengefasst.
00:06:21: Rolle ist nicht Position.
00:06:23: Richtungsverantwortung entscheidet bei Zielkonflikten.
00:06:27: Ergebnisverantwortungen ist die einzige, die nie fehlen darf und Flussverantworting wird nötig wenn ein Team mehr koordiniert als liefert.
00:06:37: Das Minimalprinzip sagt, nur explizit machen was sonst Reibungen erzeugt.
00:06:45: Rollen sind allerdings nur einer von sechs Bau-Steinen im Calm Operating Modell.
00:06:50: Daneben stehen Strategie und Value Streams, Teamzuschnitt, Entscheidungsmechanismen, Arbeitsroutinen und Führung – und ziemlich oft liegt der eigentliche Engpass gar nicht dort wo man ihn vermutet.
00:07:03: Wenn du wissen willst wo ihr steht auf itabde gibt es die Calm Diagnose Fünfzehn Minuten, sechs Bereiche danach eine persönliche Auswertung mit dem größten Hebel für euch.
00:07:15: Den Link findest du auf der Episodenseite.
00:07:18: Der nächste Staffel kommt bis dahin sein Patrick!
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